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Adelheid
Letizia Fiorenza & David Sautter

I Cantimbanchi - Letizia Fiorenza und David Sautter

«metamorfosi» – neapolitanische Lieder und verbotene Geschichten – Musik für Gitarre von Mauro Giuliani

Alles ist in Bewegung, verwandelt und entwickelt sich, nimmt neue Gestalt an, im wirklichen Leben wie in der Kunst, die dieses Leben anschaut, interpretiert und widerspiegelt, gestern wie heute.


Der Mann verwandelt sich in ein Mäuschen, um ihr Röckchen zu zerreissen, in eine Elster, um zu ihrem Fenster zu fliegen, in eine Katze, um sich wieder unbemerkt davon zu stehlen, in einen Spiegel, um sie täglich zu betrachten, in einen Pantoffel, um sich ihr ganz und gar zu unterwerfen. Sie verkleidet sich als Soldat und kann ihm doch nicht entfliehen, er sich als Nonne und erwischt sie doch.
Ein Kaleidoskop von Täuschungen und Irrungen und ein Sammelsurium von Larven und Gestalten werden im neuen Programm der Cantimbanchi zu neuem Leben erweckt. Dazwischen die Geschichte der „miscia-miscioccola“ aus den „Storie proibite“, den verbotenen Geschichten, die erzählt, wie das Weib ihr Geschlecht von der Hand Gottes bekam, es sinnvoll platzierte und, mit Hilfe der Naturwesen, ihr Glück fand. Eingeflochten eine Ouvertüre und gitarristische Variationen und Improvisationen. Metamorphosen eben.
I Cantimbanchi bleiben ihrem Repertoire treu und vertiefen, nach alter italienischer Tradition der Villanellen, die Beziehung zwischen Musica Popolare und Musica Colta. Daraus entsteht eine Art Volksoper, bunt, reich, üppig; die Volksseele, die trotz der kunstvollen Verkleidung, das Direkte, Sinnlich-Derbe ihrer Art nicht verleugnen kann.

Die Lieder stammen aus der Süditalienischen Tradition, von Rom über Neapel und Apulien, die Geschichte der „miscia-miscioccola“ gehört zu den von Roberto de Simone gesammelten verbotenen Volksmärchen aus dem 17./18. Jh., die Gitarrenmusik von Mauro Giuliani (Neapel 1781-1829).

 

Trailer zu «metamorfosi»:

 

 


Adventsprogramm
«La Santa Allegrezza», eine Tradition des Herzens
Aus der Tradition des Advents und der Novena, den neun Tagen vor der Geburt Christi, haben die Cantimbanchi Lieder aus Kampanien und Sizilien gesammelt. Was sie an den süditalienischen Volksliedern nach wie vor anspricht, ist die ungeschönte Direktheit, die aus Texten und Musik spricht.
Die Geschichte von Jesus Geburt, wie sie zum Beispiel von den blinden Cantastorie in Palermo erzählt wird, ist dramatisch mit der gleichen Intensität inszeniert wie die berühmten Ritterepen, die auf den Strassen Palermos mit den goldgeharnischten Pupi dargestellt wurden.
Die Weihnachtsgeschichte bekommt eine menschliche Dimension, die das Herz anspricht. Wir leiden mit Maria, fürchten uns mit den Hirten und freuen uns mit den Königen, als sie endlich das verheißene Kind entdecken.
Eine besondere Empathie gilt auch Maria, die nicht als harmlose Kindfrau dargestellt wird, sondern als würdevolle werdende Mutter, welche über das Wasser gebietet und die Schlange, die sich ihr in den Weg stellt, zerdrückt.

Die ausgewählten klassischen Stücke für Gitarre bilden im Gegensatz zur Dramatik der Lieder ein besinnliches Innehalten.

 

«Imagine del cuor»
Neapolitanische Villanellen und andere neapolitanische Lieder aus dem 16.- 18. Jahrhundert, Musik von Domenico Scarlatti und Improvisationen.

«Der wahre Volksgesang ist vor allem die Darstellung einer inneren Welt» - sagt Roberto de Simone, der große Musiker und Musikwissenschaftler in seinem Werk «La Tradizione in Campania» . Die Texte der Lieder stehen im krassen Gegensatz zu den wunderbaren Melodien. Was leicht und einschmeichelnd daherkommt, verbirgt in sich verletzte Gefühle, Zorn, Enttäuschungen aber auch unstillbare Sehnsüchte, die Verlorenheit angesichts der eigenen Lust und den Wunsch, in dieser Lust zu vergehen.
Letizia Fiorenza und David Sautter, die seit achtzehn Jahren das süditalienische Liedgut erforschen und bearbeiten, tragen diese Lieder seit Beginn ihrer musikalischen Zusammenarbeit in sich. Sie spiegeln ihre eigenen Gefühle und Sehnsüchte wider, die nun Gestalt annehmen: «Imagine del cuor» - frei nach Michelangelo, meint das Bild im Herzen, das hier durch die Musik zum Ausdruck kommt.
Die Musik Domenico Scarlattis, ursprünglich für Cembalo komponiert, und Gitarrenimprovisationen ergänzen, verbinden und übersetzen in die Gegenwart das Allgemeingültige dieser alten Lieder.

 

 


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